Pierre Bonnard: Dame mit Katze, 1912

Pierre Bonnard- Dame mit Katze 1912

Du fragst mich, ob ich Dein Liebling bin, Dein Schatz, Dein Goldstück, Deine Einzige, Deine Beste auf ewig.

Du fragst mich, ob mein Leben schön ist, ob ich weiß, wie viel ich Dir bedeute, wie Du Dich um mich sorgst, wie Du mich behüten und beschützen willst auf immer und auf ewig. Dass Du keine andere willst, dass ich die Eine, die Einzige bin.

Ich frage Dich, willst Du meine Antwort? Ich bin ich, ich bin kein Goldstück, kein Schatz und auch keine Beste. Ich brauche nicht die Namen, die Du mir gibst, ich nehme Deine Liebe, Deinen Schutz, ich nehme Deine Aufmerksamkeit. Ja, ich schmiege mich an Dich, ich umgarne Dich, ich bin bei Dir und ich gehe mit Dir, manchmal. Du bist mein, ich bin nicht Dein, ich bin die Katze.

Du fragst mich, wo ich gewesen bin? Ich war Träumen, unten am See. Ich bin durch den Garten gewandert, ganz langsam, ich habe die Pflanzen betrachtet, all diese Pflanzen, die meine Familie aus der ganzen Welt zusammengetragen und an diesen Ort gebracht hat. Ich habe mich auf den Bootssteg gelegt und meine Hände in das klare Wasser gehalten. Es war kühl und angenehm. Die Katze lag neben mir in der Sonne. Ich habe einen Gelbrandkäfer gesehen und Wasserläufer. Den Käfer wollte ich fangen, aber er war zu schnell für mich. Die Katze ist dabei nass geworden, sie mochte es nicht.

Ob ich Dich sehen konnte, auf der Terrasse mit der Frau? Ja, ich sah Euch, ich sah Dich sie küssen. Die Katze hat gefaucht, sie mochte es nicht.

Du kannst jetzt gehen, ich muss die Katze liebkosen, damit sie sich wieder beruhigt.

Mwa

………………………………………………………………………..

Du fragst mich,
 … ob ich die Mutter deiner Kinder sein möchte …

Ich spiele gern mit Katzen, ich spiele gern mit Dir.
Ich liebe es, meiner kindlichen Seele freien Lauf zu lassen,
meine Lolita-Seite auszuleben.

Ich übernehme Verantwortung nur für mich –
und die Katze.
Das soll reichen.

Was schaust du so traurig?
Unser Spiel gefällt dir doch.
Es kann so weitergehen
bis in alle Ewigkeit,
wenn Du mich sein lässt.

Lass uns schwimmen gehn,
gleiten im sorgenfreien Raum
als gäb`s kein Gestern oder Morgen.

Gwyneth

………………………………………………………..

Du fragst mich nach Nähe?
Die gibt dir dein geliebtes Krallentier!
Du fragst mich nach Wärme?
Die spendet der Graupelz in deinem Arm.
Du fragst mich nach meines Herzens Schlag?
Ein andrer pulst  dir dicht dem deinen.
Du fragst nach meinem Blick in deine Seelentiefen?
Wie sollt ich dich ergründen?
Dein Herzenswächter wacht und warnt
mit flammend grünen Augen!

Nein, meine Liebe!
Du fandest das Deine.
Ich suche die Meine.

Raphaela

…………………………………………………………..

Du fragst mich nie, wie es mir geht, aber unsere Katze scheinst du zu vergöttern. Dabei war ich einst deine Göttin – für alle Zeit, hast du geschworen. Geblieben ist davon nur noch ein leeres Versprechen. Heute trägst du nur noch sie auf Händen. Diesen dicken Mops! Ich bin es leid, mit ihr um deine Gunst zu buhlen. Ein Miau von ihr bedeutet dir alles, mein Verlangen dagegen gar nichts mehr. Jeden Wunsch scheinst du ihr von den Barthaaren ablesen zu wollen. In ihrer Gegenwart nimmst du mich nicht einmal mehr wahr. Gekocht wird nur noch vegetarisch – weil sie es nur so mag. Während du für sie entflammst, kocht unsere Liebe nur noch auf Sparflamme. Unser Diner zu zweit beobachtet sie mit Argusaugen – und Augen hast du dann auch nur für sie. Als drittes Rad am Wagen aber bin ich mir zu schade. Du sitzt mir sprachlos gegenüber, sie überschüttest du mit Worten. Ist sie dir nah, bin ich dir fern. Nah warst du mir zuletzt im Zug auf dem Weg zu deiner Mutter. Im Abteil ein extra Platz für sie. Zu sehr hast du mich gekränkt. Schluss damit! Ich nehm´ sie nun und zeige ihr, wohin sie gehört. Denn der Platz neben dir im Bett wird frei. Ich genieße derweilen meine Freiheit.

JHanik

……………………………………………………………

„Du fragst mich…“

ob es mir hier gefällt
… immer und immer wieder

obwohl du ständig geschäftlich unterwegs bist,
so antworte ich dir stets mit heiterem Kopfnicken,
denn ich fühle mich bei dir wie im Paradies …

~ allein ~ mir fehlt tagsüber ein Ansprechpartner

der alte Gärtner und die Köchin,
sie sind in sich gekehrt oder mürrisch ~
sie machen ihre Arbeiten und wollen
nicht gestört werden….

aber schau einmal, wer sich heute zu mir gesellt hat ~
eine neue kleine Freundin…

du fragst mich,
ob es mir hier gefällt
nun … heute kann
ich dir sagen
JA.

Sonnenmondin

Dame mit Katze

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2 responses to “Pierre Bonnard: Dame mit Katze, 1912”

  1. Nancy Beckman says :

    Would there be a print of this picture that I could purchase?

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