Archive | August 2013

Paul Huet: „Waldweg“ (Waldinneres)

Wald_Huet

 

Der Luchs oder das Schicksal

„An der Scharfgarbe sind wir vorbei und an den sieben Buchen. Dort muss die Eiche sein.“ Der Bauer blickt gerade aus, blinzelt kurz und presst die Hand des Jungen fester. „Versprochen habe ich es dem Luchs, versprochen.“
Dem Jungen laufen Tränen über die Wangen.
„Der Luchs ließ mir keine Wahl.“
Der Junge stolpert über eine Wurzel. Fängt sich wieder.
„Jetzt trödel nicht. Was soll ich machen. Habs versprechen müssen. Sonst wäre es aus gewesen mit mir und dem Hof. Und dem Wald.“
Der Junge und starrt auf den Weg zu seinen Füßen. Blind vor Tränen. Er will nicht auf ein Hölzchen treten oder in ein Loch. Nicht wanken und nicht stolpern. Will die Füße so schnell und fest setzen wie der Bauer.
„Dort, da ist sie. Das muss sie sein. Siehst du den Luchs? Siehst du seine Augen funkeln?“
Der Junge blickt auf. Etwas glitzert im dunklen Untergestrüpp. Er bleibt abrupt stehen. Der Bauer zerrt an seiner Hand, so dass der Junge fast hinschlägt.
„Ich kann nichts machen. Komm. Es wird schnell gehen. Was bist du für ein Angsthase. Dem Schicksal kann man nicht entweichen. Und das ist nun mal deines. Ich musste mich entscheiden. Und habs getan. Er oder ich. Ich oder du.“
Der Junge schluchzt.
Dann stehen sie vor der Eiche. Der Bauer läuft um die Eiche, lässt den Jungen nicht los. Der Junge läuft hinter dem Bauern.
„Wo ist denn das Viech?“
Der Bauer schreit. Er tobt. Er schlägt gegen den Baum, tritt gegen den Stamm, hämmert mit den Fäusten gegen die Rinde.
Der Junge ist einen Moment frei und rennt ins Unterholz. Er kriecht ein Stück ins Dunkel. Ist still. Atmet leise. Dann spürt er einen warmen Leib neben sich. Der Luchs schaut ihn an.
„Wo bist du?“, schreit der Bauer. Er flucht.
Der Junge zittert. Dann schaut er dem Luchs in die Augen:
„Ich bin der, den du willst.“
Der Luchs schüttelt den Kopf.
„Ruf den Bauern her. Der Bauer hat es selbst gesagt: Dem Schicksal kann man nicht entkommen.“
Der Junge sieht dem Luchs tief in die Augen. Lange.
Dann ruft er zum Bauern: „Hier!“

Lisa Barth

………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………….

Es war einmal ein Waldweg. Umsäumt von alten knorrigen Eichen lebte er glücklich und zufrieden vor sich hin. Er freute sich auf den Tag, er freute sich auf die Nacht, er liebte die Menschen, er liebte die Tiere, er liebte den Regen, er liebte die Sonne. Nur den bösen Donner, den fürchtete er. So geschah es eines Jahres, dass es blitzte und donnerte. Dem Waldweg gruselte, des nachts plagten ihn Alpträume. Nach mehreren Donnerwochen war er mit seinen Wegeskräften am Ende.
„Ich höre auf, ein Weg zu sein, der Donner hat mich fertig gemacht.“
Ein Eichhörnchen hörte seine Worte und dachte sich:
„Das geht doch nicht, ein Wald ohne Weg ist kein richtiger Wald, da will ich mir doch mal sofort etwas einfallen lassen.“
Schwups war das Eichhörnchen auf der ältesten Eiche des Waldes verschwunden. Von hier aus konnte es Kontakt aufnehmen zur Göttin der donnerfreien Ebene.

Die Göttin der donnerfreien Ebene hörte sich alles an. Angerührt von den Worten des Eichhörnchens begann sie an einem Rettungsschirm zu stricken. Masche für Masche entstand auf ihrer Rundstricknadel. Mit rot, gelb und blau strickte sie ein Donnerauffangnetz. Das Eichhörnchen half beim Aufspannen. Gleich der nächste Donner verfing sich in den Maschen und konnte seine Donnerkraft nicht mehr entfalten.

Sprachlos vor Glück entspannte sich der Weg. Von nun an war er wieder ein glücklicher Weg. Bereitwillig und frohen Herzens legte er sich den Waldbesucher_innen unter die Füße.

Und wenn er nicht gestorben ist, dann kannst du auch morgen noch einen glücklichen Waldweg erleben.

Irene Rodewald

……………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………..

Ein Märchen 

Es war einmal ein Mädchen, Ludmilla mit Namen, die Tochter eines hohen Umweltpolitikers. Sie litt sehr unter ihrem berühmten Namen, erwartete doch jedermann etwas Außergewöhnliches von ihr zur Rettung der Umwelt. Sie fühlte sich klein und unbedeutend im Vergleich zu ihrem heldenhaften Vater, der Schweine vor der Fabrikmast rettete.

Ludmilla wollte ihren eigenen Weg finden und begab sich auf die Wanderschaft, nur mit Zelt und Rucksack und wenigen Talern. Sie wohnte hier und dort, machte sich nützlich auf Bauernhöfen, in Kindergärten, Altenheimen und hatte ein offenes Ohr für die Sorgen der Leute. Die klagten z. B. über die EG-Richtlinien in der Landwirtschaft und wie mit ihnen ihr Leben immer schwerer wurde. Da erkannte sie, dass ihr Vater kein Retter war für die Leute und die Umwelt, sondern einer, dem es ganz und gar um seine Karriere ging.

Ludmilla fand Mitstreiter für ihren Plan, kleine Orte zu gründen, in denen die Leute,  alles was sie brauchten, selbst herstellten. Nun waren sie endlich nicht mehr abhängig von irgendwelchen politischen Regelungen und Gesetzen, die ihr Leben steuerten und in denen sie nur Figuren waren. In diesen Orten lebten Menschen, die ihr Leben selbst ganz und gar in die Hand nahmen – wie Ludmilla.

Gwyneth

…………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………..

Die Baumbesetzer

Es waren einmal mehrere Waldschrate, drei an der Zahl. Diese Taugenichtse lebten in einer uralten altersschwachen Birke. Diese hatten sie handstreichartig vor vielen Jahren unrechtmäßig besetzt. Die Birke war vom vielen Auf- und Abrennen im Inneren ihres Bauches reichlich genervt. Und sie war es leid, täglich mit ansehen zu müssen, wie ihre Bewohner vorübergehende Wandersleute zu Tode erschreckten. Gerade eben noch hatten sie sich mit den aus Las Vegas zu Gast in diesem Wald weilenden Zauberkünstler Siegfried und Roy einen Schabernack erlaubt. Die feixenden Baumbesetzer bekamen kaum Luft vor Vergnügen über ihre neueste Albernheit. Auch heute hatte die alte Weiße, wie die Waldbewohner die knorrige Birke nannten, keinen Erfolg mit ihren Ermahnungen. Auch heftigstes Schütteln des Baumes vom Wurzelwerk bis in die Baumkrone beeindruckte diese militante Dreier-WG nicht. So begab es sich, dass eines Tages ein riesiger Kormoran auf seinem Weg in den Süden Zwischenstation in den Wipfeln der alten Birke machte. Baum und Vogel kamen ins Gespräch. Die Birke klagte dem gefiederten Besucher ihr Leid. Der Flattermann, schon viel herumgekommen in der Welt, gab der geplagten Birke den Rat, die Waldschrate zu ihren vermeintlichen Verbündeten zu machen. „Interessiere dich für ihre Streiche, frage sie nach ihren tollsten Albernheiten und wovor sie selbst am meisten Angst haben. Und dann schlage sie mit ihren eigenen Waffen.“

Einige Tage später – der Kormoran war der Einladung der Birke gefolgt und hatte es sich für einige Zeit im Laubwerk bequem gemacht, kannte die Birke die Achillesferse der Baumanarchisten. Während eines Besuches des königlichen Großwildgeheges, so erzählten diese, seien sie vom Gebrüll eines weißen Tigers in Angst und Schrecken versetzt worden. Kreidebleich und mit schlotternden Knien hätten sie das Gehege fluchtartig verlassen und Tage gebraucht, sich von diesem Schreck wieder zu erholen. Die Birke erinnerte sich daraufhin an den Schabernack, den ihre Besetzer vor einigen Tagen mit den Gästen aus Las Vegas getrieben hatten. Und ihr fiel ein, dass diese beiden Zauberer aus dem fernen Amerika gewöhnlich immer ihr Haustier, den weißen Tiger, bei sich führten. Der Kormoran versprach, nach den Beiden Ausschau zu halten. Als Gäste des Königs im Schloss nächtigend waren sie schnell zu finden. Der Kormoran stöberte die beiden Illusionisten im Schloßgarten beim Baseballspiel mit ihrem weißen Lieblingstiger auf. Auf Leihbasis überließen sie dem imposanten König der Lüfte den König der Wälder. Nun musste nur noch eine geeignete Gelegenheit gefunden werden, die Idee in die Tat umzusetzen. Die alte Weiße wusste, dass ihre ungebetenen Gäste gerne vor Beginn der Waldnachrichten ein kleines Nickerchen einlegten. Und so postierte sich der weiße Tiger am Abend vor dem Eingang der Birke, holte sehr tief Luft und brüllte in das Innere des Baumes hinein. Viele Jahre später wurden die drei ehemaligen Baumbesetzer in einem fernen Meer bei der Besetzung einer Bohrinsel erwischt und verhaftet – sie waren immer noch kreidebleich und ihre Haare standen ihnen zu Berge.

JHanik

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Hans Hartung: T 1963 R 17

Hartung

Reflektion  1

Gertenschlankes
tänzelndes Wesen
erhobenen Hauptes
ziehst du über den Wolken
lächelnd
die Menschen an

im hellen Dunkel
warten sehnsüchtig
deine lachenden Skorpione

Reflektion 2

Schaut,
elfengleiches Flattern
wahrhaftige Reinheit
das bin ich.

Malariaschwangere Insekten
glühende Bisse
das bin ich.

So liebt ihr mich
ihr unmündigen Süchtigen –
meine Sklaven.

Gwyneth

………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………..

R u h e

Endlich,
das Auto steht.
Der Motor schweigt, das Licht
ist aus.
Auf der Windschutzscheibe wohl dieser
entstellende Kratzer.
Woher
waren die Steine gekommen?
Der Kieslaster hatte plötzlich gebremst.
Sein Kopf müsste doch dröhnen.
War er allein im Auto gewesen?
Er konnte fast nichts sehen.
Nur diesen abscheulichen Kratzer.
Die Stille verunsicherte ihn.
Kein Geräusch, nirgends ein Licht.
Schmerzen hatte er nicht.
Ob sein Herz schlug?
Den Kratzer sah er doch, oder?
Und wenn er seinen Puls fühlte?
Er versuchte ihn zu tasten.
Wo war sein Handgelenk?
Oder doch besser am Hals?
Er tastete nichts.
Aber dieser Kratzer war doch
eben noch dort gewesen!
Nun war alles fort.

U.N.

……………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………..

Aus tiefster Nacht

Aus tiefster Nacht
erwacht,
der Tag
noch weit ~ so weit
sanft, ganz sanft
beginnt ein Hinübergleiten
hält inne
lässt sich Zeit
streckt hie & da
einen Finger aus
und
einen Zeh
hält wieder inne
ein leises Säufzen
dehnt sich aus
es will hinaus
~ hach ~
ein zarter Wimpernschlag
ein leichtes Blinzeln
das Tages-Ich
wagt sich hervor
und hält noch
einmal inne…

Sonnenmondin

………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………

ABWEHR

Nein!

Nichtmehr
Ertrage
Ich
Nähe

Nein!

Raphaela

………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………….

Spuren

die Spur
verfolgen
Krater
in der Spur bleiben
gespurt
im Zickzack
aus der Reihe
tanzend
die Spur verlieren

Freiheit?

Irene Rodewald

………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………….

Elegische Pracht
breitet sich zu
meinen Füßen
während ich
deine Haare
sammle mit
meinen Augen
und dem Wind
die blanke Seite
biete, um mit
weit geöffneten Sinnen
dir entgegenzutreten,
Nacht!

Lisa Barth

….

Karl Schmidt-Rotluff: Das rote Haus, 1913

Rote Haus_Rotluff

Das rote Haus 1

Rot
Rotblut
Schandblut
Nichts gewusst
hat sie
die Mutter
Natürlich nicht
Nur
das Blut
floss
die Wege hinunter
färbte
das Haus rot
verdunkelte
Himmel     Bäume
Lillys Geist
Hauptsache
Mutti
hat Frieden

Das rote Haus 2

Sie denken
in mir
können sie
alles treiben
D a f ü r
wurde ich nicht gebaut
Dass
Mönchskinder geboren
und sofort zurück in die Erde gehen.

Ich
verbrüdere mich nicht
WUT    ZORN     SCHAM
lasse ich
in meinen Wänden explodieren.
Und alle fragen sich:
Wie
konnte ein grünes Haus
rot werden?

Gwyneth

…………………………………………………………………………………………………………………

Das rote Haus

Mühsam ist der Weg zum roten Haus ~
nur zu Fuß erreichbar ~ und vollbeladen ist mein Korb.
Seine Herrschaft will heute Karpfen speisen
mit Gurkensalat und einer cremigen Suppe vorher.
Der Bursche liegt mit Fieber hernieder, also war ich selbst drunten im Ort auf dem Markt.
Ist auch besser so, da kann der Fischhändler mich nicht einfach übers Ohr hauen.
Aber dieser Weg zurück, den Berg hinauf, der ist doch sehr erschöpfend auf meine alten Tage. Noch ein paar Schritte und dann kann ich mit den Vorbereitungen loslegen.
Hoffentlich sind die Herrschaften heute verträglich miteinander. All zu oft herrscht der Jähzorn in diesen Gemäuern und der Hausfrieden ist dahin ~ Zank und Streit gehen hier öfters ein und aus als der Pastor, der täglich zur Morgenmesse erscheint.
Entspannte Atmosphäre gibt es nicht wirklich ~ es brodelt ewig unter der Ober-fläche … solange bis der nächste Vulkan wieder ausbricht ~ dann fliegen die Fetzen und Gegenstände, dass es nur so kracht. Sie machen vor keinem, mit noch so viel Liebe gekochtem Essen, halt.
Ich frage mich wahrlich, ob ein böser Fluch auf diesem Haus liegt oder ob die rote Hausfarbe dieses Lava ständig zum überkochen bringt… ich vermute fast beides,
denn auch die Vorgänger lagen sich andauernd in den Haaren. Da macht das Leben als Köchen langsam keinen Spaß mehr.

Doch eben am  Gemüsestand lauschte ich einem Gespräch ~ völlig unbeabsichtigt versteht sich ~ und so kam mir zu Ohren, dass der Baron, in seinem grünen Haus am Südhang, eine neue Köchin sucht ~ dies könnte ein Zeichen des Himmels sein!

Ich glaube… morgen, an meinem freien Tag,  werde ich dem alten Herrn mal einen Besuch abstatten…

Sonnenmondin

……………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………

ROTES HAUS

Rotes Haus
Totes Haus
Schwarz erstarrte
Stille stöhnt
aus leeren Augenhöhlen
Hoffnungsverdunkelt

Vorbei
Vorbei

Raphaela

………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………..

Morgendämmerung am roten Haus

Der blauschwarze
Nachthimmel weicht den
aufblitzenden Sonnenstrahlen des
neuen Tages.
Das Haus liegt am Hang,
sein Weg führt durch
kraftvolles, züngelndes Grün,
vorbei an gespaltenen Pappeln.
Was wollen sie sagen, was
wissen sie?

Gespaltener Himmel, gespaltenenes
Grün, wie geht es euch, Menschen?
Zwei Giebelwände fassen das
Haus. Wie gerahmt lehnt es
in ihnen. Winzige Fenster in
großer Höhe schauen mich an.
Das Haus wie leer, drinnen
Dunkelheit, am Schornstein kein Rauch.
Wo seid ihr, Menschen?
Lockt euch nicht der
neue Tag?

Der ferne Betrachter bleibt
stehen und schaut,
lauscht, wartet.
Gibt es dort Leben?
Kein Tier wohl beim Haus, kein
Kindergeschrei. Nichts.
Der ferne Specht erlöst
den Betrachter, sein
tok-tok-tok bringt
Hoffnung mit.

Ein Vogelstimmchen ganz
zart, mischt sich ein.
Erwacht nun das
Leben, vielleicht auch bei
Euch?
Noch steht der Betrachter
und wartet
und hofft.

U.N.

……………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………..

Auf die (Holz-)barrikaden!

Mein Schornstein raucht nicht mehr!
Du fragst, wie es dazu kommen konnte?
Ich will es dir erzählen.

Weißt du noch, wir ihr am Vorabend der Aktion gemeinsam mit euren Freunden und Kampfgefährten zusammen gesessen und die letzten Einzelheiten eurer Aktion geplant habt? Alle waren voller Tatendrang und Erwartung, begleitet von einer großen Ungewissheit. Paul, euer Anführer und Motivator schwor euch auf das Ziel ein. Du erinnerst dich – selbst die größten Bedenkenträger unter euch ließen sich von der euphorischen Stimmung anstecken. Niemand schien mehr bereit oder fähig, über die Konsequenzen im Falle eures Scheiterns nachdenken zu wollen. Ewige Freundschaft und den unbedingten Willen zum Sieg hat sich die Gruppe geschworen. Ich bewunderte eure Entschlossenheit und den Willen, nichts dem Zufall überlassen zu wollen. Alles war bis ins kleinste Detail geplant. In der frühmorgendlichen Dämmerung des folgenden Tages sollte es losgehen. Ihr wusstet, die Zeit würde knapp werden. Viel hing davon ab, dass ihr rechtzeitig wieder zurück sein würdet.

Doch dann kam alles ganz anders.

Für die Gewinner des großen Baumsägewettbewerbs der Försterei Klein-Rottluff waren zehn Kubikmeter bestes Buchenholz ausgelobt worden. Mein Kamin glimmte nur noch auf den letzten Resten Holz. So sehr war ich auf das lebensnotwendige Kaminholz
angewiesen. Und dann werdet ihr disqualifiziert, weil ihr Deppen die Sägen vergessen habt. Nun ist der Ofen aus.

JHanik

…………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………..

Im Turm

Der Sommer geht. Ich sehe aus dem Giebelfenster auf die Büsche, deren Blätter sich vom Grün abwenden. Der Winter wird kommen, und mit seinem Weiß den Weg und die Bäume bedecken, selbst das Dach des Hauses, so dass allein die roten Mauern von hier künden werden. Von Weitem mögen Besucher denken, dass etwas brennt inmitten der weißen Hänge. Bis sie näher treten und den rot bemalten Stein anfassen und spüren, dass er kalt ist. Kalt bis unters Dach, wo ich sitze und hinausschaue, diesen nächsten Winter lang.

Lisa Barth