Archive | April 2013

Georges Lacombe: Maria Magdalena

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MARIA MAGDALENA

Sie liebt ihn,
weil Er sie liebt.
Sie weiß Ihn dort
an jenem Ort des Schweigens.
Und sehnsuchtsverzehrt
nach Seiner Nähe
verbrennt ihr Herz,
entflammt in Liebe,
die nichts will
als nur verschmelzen da,
wo ihre stummen Blicke
sich vereinen.
Nichts zählt mehr,
wenn diese Liebesströme
sich durchdringen.
Und – gleich der Hostie –
verwandelt sich ihr Leib
in reinen Geist.
Des Herzens Brennen:
Seelensehnen,
glücksel’ges Ahnen
des, was hie noch
trüb verschleiert,
dereinst im wahren Strahlen
für ewig sich wird offenbaren.

Raphaela

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Fritz Mackensen: Der Säugling

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MOORMADONNA (1)

Mein Kind.
Du und ich.
Wir.
Geschlossenen Auges
Strömt still Kraft
Von mir zu dir.
Wirst bald doch entwachsen
Dem innigen Einssein,
Vergessen dies Paradies.
Nimm mit dann die Liebe,
Die heut mir entfließt.

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August Macke „Russisches Ballett“


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Abgang mit Applaus

Du Schuft! Hoch und heilig hattest du mir versprochen,
sie nie wieder sehen zu wollen. Und ich habe dir geglaubt.
Dabei siehst du sie nicht nur, sondern spürst sie auch noch.
Und das vor all den Leuten.
Deine lächerliche Maskerade wird nur noch von ihrer vorgeblichen
Hingabe übertroffen.
Und das soll Kunst sein? Dieses alberne Getrippel auf den Zehenspitzen?
Beleuchter am Theater seiest du, hast du mir gesagt.
Ich sehe nur einen erbärmlichen Armleuchter.
Und eine Leuchte scheint sie auch nicht zu sein, was man so hört.
Wie ich mich Dir hingegeben habe, meinen Körper dir geschenkt.
Das Letzte was du nun noch von mir geschenkt bekommst, ist der Laufpass.
Und als letzten Akt deinen Koffer. Er wird mein Applaus für dein Schmierentheater sein.
Direkt vor deine Füße werde ich ihn dir werfen. Stürzest du dabei in den Orchestergraben, hätte dein Auftritt wenigstens noch ein Happy End –
für mich.
JHanik

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