Archive | Februar 2013

Max Beckmann: Die Dame im grauen Capuchon

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*Erkennungszeichen ~ Reclam*
Nun warte ich schon den dritten Tag ~
wage nicht meinen Capuchon abzulegen.
Ich spreche mit niemanden und bin
voller Spannung …
bereit zum sofortigen Aufbruch,
bereit zur Flucht und ohne Gepäck.
Diamanten und Edelsteine all meiner
Verwandten sind im Pelz eingenäht,
Gulden, engliche Pund und Dollar
verbergen sich in breiten Säumen.
Äußerlich darf ich nicht auffallen ~
alles soll so ausschauen als wäre ich hier
nur für einen Kaffee und eine kurze Zeit
des Lesens.
Aber ich bin bereit für die lange Reise
über den großen Teich ~ Weiterlesen…

Jules Pascin: Die beiden Schwestern

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Das Tannengesteck auf dem Tisch offenbart die Jahreszeit: es ist Advent.
Wieder einmal haben sie sich zum traditionellen Stollenessen verabredet.
Noch nie ist das Treffen ausgefallen und noch nie waren sich beide so sicher: dieses wird ihr letztes adventliches Beisammensein sein.
Der Blick in die Flamme lässt Lenchen, die jüngere der beiden Schwestern, nachdenklich werden. „Sie haben noch ca. ein Jahr, genießen sie es.“
Die Worte des Professors fahren in ihrem Kopf Karussell.
Wie sollte sie es ihrer geliebten Schwester mitteilen, die doch gerade so ganz andere Ziele verfolgte?
Ja, Singapur wird es sein, das hatte Mira ihr geschrieben, nachdem sie über zwei Jahre auf der Suche nach einem neuen Zuhause gewesen war.
Ein gemeinsamer Blick in die Kerze, die Flamme zuckt und züngelt, lodert auf, es knistert, sie droht zu erlöschen, doch wie durch ein Wunder erhebt sie sich wieder, wird stärker und nährt die Hoffnung auf ein Wiedersehen.
Vielleicht in Singapur?
Aber gibt es dort Advent?

Irene Rodewald, Dezember 2012

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